Hallo zusammen. Ich möchte euch als erstes vorwarnen, dieser Text könnte etwas länger werden...
Ich habe ein Problem und würde mich freuen, wenn irgendjemand das hier lesen würde und mir vielleicht irgendwie helfen kann.
Ich komme aus der Schweiz und war mein Leben lang schon immer dicker als alle anderen. Ich war nie wirklich stark übergewichtig aber doch so pummelig, dass ich mich nie richtig wohl gefühlt habe. Nach meinem Abschluss am Gymnasium im Sommer 2012 ging ich ein Jahr arbeiten und entdeckte durch meine Mutter (sie kaufte mir das Buch) das Prinzip der Dukan-Diät. Ich dachte mir sofort, dass das der richtige Weg für mich ist, denn ich liebe Fleisch und bin - wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe - nur noch schwer davon abzubringen. Also startete ich meine Dukan-Diät am 4. März 2013 mit 74.9kg. Ich war nicht beim Arzt (bis heute nicht) aber ich habe streng Buch geführt, jeden Tag aufgeschrieben, was ich gegessen, wieviel ich getrunken und wieviel ich abgenommen habe. In der Angriffsphase (7 Tage) verlor ich 3.2kg. Ich war sehr motiviert und fuhr weiter mit meiner Diät. Nach 21 Wochen Aufbauphase (es war dann anfangs August) hatte ich mein ausgerechnetes Idealgewicht von 59.2kg erreicht. Ich freute mich riesig!
Aber es kam natürlich ganz anders als ich dachte. Von meinem Erfolg so motiviert wollte ich nicht aufhören. Ich startete nicht wie im Buch beschrieben mit der 3.Phase, sondern ass weiter, wie in der 2.Phase. Mitte August war ich dann bei etwa 58.5 kg. Ich fühlte mich super und war glücklich und stolz dass ich so viel geschafft habe. Das erste Mal in meinem Leben fühlte ich mich in meinem Körper wohl.
Zu diesem Zeitpunkt aber begann dann ein neues Schuljahr. Ich war eigentlich bereit, die 3. Phase zu starten, da ich mir klar wurde, dass ich genug abgenommen habe und glücklich damit war. Ich hatte jedoch Angst, wenn ich in die nächste Phase wechseln würde, und gleichzeitig von der Arbeit (wo ich immer in Bewegung war) in die Schule (nur noch sitzen), dass ich dann wieder zunehmen würde. Ich blieb also bei Phase 2 und hielt mein Gewicht (immer zwischen 58 - 60 kg schwankend).
Und jetzt komme ich zum entscheidenden Punkt meiner Diät. Anfangs Oktober (am 7.) musste ich mir meine Weisheitszähne ziehen lassen. Ich war dadurch ziemlich eingeschränkt beim Essen und verlor irgendwie den Genuss daran, weil mir durch die Antibiotika nichts mehr schmeckte. Ich ass jedoch umso mehr, statt weniger. Es war gerade Marronizeit (Edelkastanien), und da ich nicht wusste, dass diese praktisch nur Kohlenhydrate bestehen, ass ich auch diese, als ich wieder beissen konnte.
Am 20. Oktober war dann mein 19. Geburtstag und ich machte eine Feier. Ich hatte mir im Vorraus gesagt, dass ich mir an meinem Geburtstag alles gönne, was ich will (egal ob es zum Diätplan passt oder nicht), nachher aber sofort mit der 3. Phase anfange.
Natürlich habe ich das nicht gemacht. Ich versuchte nach meinem Geburtstag wieder in Phase 2 einzusteigen, aber irgendwie hat es in meinem Kopf *Klick* gemacht nach dem Genuss von jeglichem Süsskram. Von jenem Zeitpunkt an gab es immer wieder mal Aussetzer, welche ich mir anfangs absolut nicht verzeihen konnte. Ich heulte oft stundenlang an einem Tag, weil ich am Tage zuvor ein wenig Schokolade gegessen hatte. Es war sogar so, dass ich Alpträume hatte, wenn ich "sündigte". Ich suchte Rat bei meiner Mutter. Sie sagte mir, sie sei stolz auf mich und ich könne auch stolz auf mich sein, soviel geschafft zu haben. Und sie sagte, ich solle mich nicht so unter Druck setzen. Das mache mich krank.
Ich hatte in der Tat Angst, da ich nicht eine gewichtsfixierte, dürre Stange werden wollte.
Ab diesen Tagen gab es immer wieder solche Aussetzer und bis heute, so kurz vor Weihnachten, kämpfe ich immer wieder damit. Ich weiss, dass ich seit Oktober wieder zugenommen habe, aber ich getraue mich nicht auf die Waage, da ich Angst vor dem Resultat habe. Ich möchte nochmals gerne auf das Gewicht von 59.3 kg runter aber im Moment schaffe ich es einfach nicht. Ich habe irgendwie keine Motivation. Es ist so:
Ich kann die ganze Woche konsequent die Diät durchziehen, aber am Ende der Woche kippt es irgendwie und sobald ich alleine bin, hole ich mir alles was ich so lange nicht mehr gegessen habe. Das ist doch nicht normal?!. Wenn ich in dieser Ess-phase drin bin, geht es mir gut, bis zum nächsten Tag. Ich bin dann immer total enttäuscht von mir, dass ich nicht widerstehen konnte und fange erneut an, dukanmässig zu essen, bis es wieder kippt. und das geht nun schon seit etwa 5 Wochen so und ich fühle mich richtig schlecht. Ich weine oft und viel und bin sauer und unzufrieden. Das einzige was mich im Moment stolz macht, ist die Tatsache, dass ich NIEMALS dazu im Stande sein will, mich für Gewichtsverlust zu übergeben.
Jedoch bin ich sehr enttäuscht von mir selber, dass mir die Motivation fehlt - ich weiss gar nicht wieso! - und ich will das auch umbedingt ändern. Ich weiss, dass ich zugenommen habe und schäme mich dafür. Ich würde dieses Gewicht gerne wieder verlieren und habe mir auch das Ziel gesetzt, es nochmal zu versuchen. Und sobald ich die 59 kg erreicht habe endlich mit der 3. Phase anzufangen. Das Problem dabei ist, dass ich mich zum Nochmals-Starten überwinden, es aber nicht zurchziehen kann (wegen meinem Motivationsmangel).
Was würdet ihr in meiner Situation tun? Wie würdet ihr das Ganze angehen, nochmals ganz von vorne mit Phase 1 oder direkt mit Phase 2?
Würdet ihr mir raten, bis Neujahr zu versuchen, Verlockungen aus dem Weg zu gehen, sie jedoch nicht vollkommen auszuschliessen und dann konsequent fortzufahren?
Soll ich einen Arzt aufsuchen, psychiatrische Hilfe beiziehen? Ich habe eine tolle Familie, die mich super unterstützt hat bei der ganzen Sache, aber ob das reicht..?
.. Ich sage mir immer wieder, dass ich das schaffe und ich weiss auch, dass ich das kann, ich hab es ja schon einmal geschafft. Ich bin nur ein sehr unsicherer Mensch und schnell unzufrieden mit mir selber. Ich hoffe, dass ich das packe..
Ich danke euch fürs Durchlesen und hoffe, jemand kann und will mir versuchen zu helfen.
Liebe Grüsse, Jazzi



